Nachkriegsjahre

Unmittelbar nach dem Kriege diente das Haus Schierenberg
vielen Familien als Notunterkunft: Mit Beginn des Wiederauf-
baus der Bundesrepublik belebte sich auch das geschäftliche
Leben im Hause. Neben der Musikhochschule Köln und
dem Kamerahersteller Zeiss Ikon waren es zuvorderst renom-
mierte Anwälte und Notare sowie Beratungsgesellschaften,
Galerien und Kunsthändler, die die
repräsentativen Büroräume
zu Geschäftszwecken nutzten.

Regelmäßige Ausstellungen und Performances in Anwesenheit
prominenter Künstler wie Emil Schumacher, Robert Motherwell,
Franz Gertsch oder Patti Smith belebten das Haus in den 70er
Jahren.


In der Hofhalle des Hauses widmet die amerikanische
Dichterin, Malerin und Rocksängerin Patti Smith am
20. Oktober 1977 zum Gedenken an den französischen
Dichter Arthur Rimbaud eine öffentliche Performance
(„Rock `n` Rimbaud“), welche vor 200 Gästen und dem
Fernsehen begleitet teils Konzert, teils Gedichtrezitation
war. Auch der bekannte Schweizer Künstler Franz Gertsch
war anwesend und versuchte mittels seiner Spiegel-
reflexkamera dem Menschen Patti Smith während, oder
trotz des Auftrittes möglichst nahe zu sein. Vier Gemälde
gingen aus dieser Photosession hervor unter denen
»Patti Smith II« einen besonders spannungsvollen Moment
zwischen Photograph und Rezitatorin, Künstler und
Künstlerin, verbildlicht. Das Blitzlicht hatte die Künstlerin
derart genervt, dass sie das Gedichtblatt zerknüllte und
ihm das Knäuel ins Gesicht warf.

Weitere Informationen:

http://www.museum-franzgertsch.ch

http://wikipedia.org







 Kölner Stadtanzeiger vom 30. August 1973